Erfahrungsbericht Alexandra Bauhofer

Ausbildung im Hundezentrum Catu 2010

Bei der Ausbildung meiner Behindertenbegleithündin Aila hat mir vor allem die ausgezeichnete Betreuung von CATU über den gesamten Zeitraum von 1 ½ Jahren sehr gefallen. Auch die Nachbetreuung ist beispielhaft. Die Schule war jederzeit ein kompetenter Ansprechpartner mit individuellen Lösungsvorschlägen, die  sowohl auf meine Behinderung Rücksicht nahmen, als auch auf meine Hündin zugeschnitten waren. Besonders hilfreich war, dass mir in der Anfangszeit eine qualifizierte Hilfe von CATU zu Hause zur Seite stand.

Meine Mobilität ist aufgrund meiner Behinderung, die mich an einen Elektrorollstuhl bindet, komplett eingeschränkt. Bei der Lösung von Transportvorhaben vor Ort war CATU jederzeit hilfsbereit.

Das Ausbildungsprogramm wurde genau auf meine Bedürfnisse zugeschnitten, so dass nicht nur meine Immobilität im Mittelpunkt stand, sondern mein Diabetes und meine Sehprobleme mit einbezogen wurden.

Besonders gefallen hat mir, das meine sensible Hündin bei den Übungen niemals mit Gewaltanwendung geschult wurde, sondern alles mit sehr viel Geduld und Zuwendung gemacht wird.

Aila bringt die Schlssel Frau Bauhofer mit Aila Aila bringt einen Briefumschlag
     

Nach der Ausbildung zum Behinderten Begleithund ist sie mir im Alltag eine wundervolle Stütze. Sie hat die folgenden Fähigkeiten erworben:

  • In meinem freiberuflichen Arbeitsalltag öffnet sie einem Kunden die Tür, bringt mir das Telefon, hebt auf Aufforderung sämtliche heruntergefallenen Gegenstände auf insbesondere auch dünne Papierblätter, ohne sie zu verletzen.
  • Im Alltag zeigt sie mir meine Diabetes bei starker Unterzuckerung an. Sie bringt beim Aufstehen meine Hausschuhe und zieht mir beim Zubettgehen meine Socken aus.
  • Derzeit lernt sie noch das Licht an- und auszumachen. Wegen meiner Nachtblindheit kann ich bei Dunkelheit keine Bordsteine erkennen. Aila macht mich gegebenenfalls auf eine ungünstige Höhe aufmerksam.
  • Besonders hilft Aila mir bei der Integration z.B. bei Bankgesprächen. Ich bin nicht mehr die Frau im Rollstuhl, mit der nicht direkt kommuniziert wird, sondern nur über ihren Helfer/in. Ich werde jetzt behandelt wie die Mehrheit der Gesellschaft.

Jetzt sieht man mich mit Aila als Person , die durchaus in der Lage ist ihre Angelegenheit selbst zu regeln. Früher kam bei der Wahrnehmung zuerst der Rollstuhl, danach der Assistent und dann erst die Frau selbst im Rollstuhl. Heute sieht man zuerst die Frau mit Hund und dann erst den Rollstuhl. Sollte ein begleitender Assistent dabei sein, wird dieser außen vor gelassen. Ich werde direkt nach meinen Wünschen gefragt.

Allerdings habe ich einige Einschränkungen bemerkt, die ein Rollstuhlfahrer bei der Ausbildung hinnehmen sollte, will er den Hund zum Freilauf erziehen. Während der Welpen- und Grunderziehung kann es zu Situationen kommen, in die er wegen seiner Immobilität nicht  selbst eingreifen kann.

Dazu gehören Menschenstuhl oder herumliegende Essensreste fressen. Auch musste Aila zu Beginn noch manchmal von einer Hilfskraft geholt werden, weil sie noch nicht bedingungslos beim Rückruf oder anderen Kommandos gehorchte. Der Aufwand einer begleitenden Person zahlt sich aber aus. Heute kann ich Aila jederzeit leinenfrei laufen lassen und bin mir sicher, das sie auf Ruf sofort zum Rollstuhl zurück kommt.

Betonen möchte ich noch wie sehr wir beide als Partner zusammen gewachsen sind und ich an Selbstvertrauen gewonnen habe.

Alexandra Bauhofer.

  Diabetikerwarnhund